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Auftakt




Spendensiegel
Anschrift:
Auftakt gemeinnützige GmbH
Dietrichgasse 48
1030 Wien

Telefon:     +43 (0)1 / 718 226 60
Telefax:     +43 (0)1 / 718 226 613
E-Mail:     office@auftakt-gmbh.at
Internet:     www.auftakt-gmbh.at
   
Spendenkonto:
Bank:     Erste Österreichische Sparkasse
BLZ:     20 111
Konto:     404 100 804 00
BIC:     GIBAATWW
IBAN:     AT36 2011 1404 1008 0400



Auftakt - Bedarfsadäquate Angebote für Menschen mit besonderem Betreuungsbedarf

Auftakt bietet Dienstleistungen und bedarfsadäquate Betreuung für Menschen mit besonderem Betreuungsbedarf im Wohn- und Freizeitbereich. Ein Betreuungsschwerpunkt sind Menschen, die als "langzeithospitalisiert" oder "unbetreubar" definiert werden. Dazu bieten wir kontinuierliche lebensbegleitende Betreuung und stellen die entsprechenden Ressourcen und Kompetenzen zur Verfügung.



Vollbetreutes Wohnen: Was tun wir hier?

  • Anleitung und Assistenz bis hin zu intensiver Begleitung bei der Ausführung lebenspraktischer Fertigkeiten
  • Training in der Haushaltsführung und selbständigen Versorgung (Beratung, Planung, Ausführung)
  • Assistenz bei der Gestaltung und Pflege des eigenen Wohnbereiches
    Begleitung zu Ämtern und Behörden, Ärztinnen und Ärzten / Hilfestellung bei der Verwaltung von Arzneimitteln
  • Beratung in finanziellen Belangen
  • Anbahnung und Erhalt der Tagesstruktur wie Arbeitsplatz oder Beschäftigungstherapien
  • Erhalt und Förderung von sozialer Kompetenz / Krisenbegleitung
  • Erarbeitung von Strategien zur Gesundheitsförderung und Krankheitsbewältigung

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Teilbetreutes Wohnen: Was tun wir hier?

Unser Angebot richtet sich an geistig behinderte und/oder psychisch kranke Menschen in eigenen Wohnungen, die Unterstützung und Förderung im Alltag benötigen.

Die Betreuung verläuft auf freiwilliger Basis. 1-2 Mal pro Woche werden Termine zeitlich und örtlich zwischen BetreuerInnen und KundInnen vereinbart. Im Normalfall findet die Betreuung im 1:1 Setting statt.

  • Kontakte und Zusammenarbeit mit anderen Institutionen, Hilfestellung bei der Verwaltung von Finanzen, Unterstützung bei Wohnungsangelegenheiten
  • Anbahnung von Jobs, Beschäftigungstherapie und Freizeitgruppen, Hilfestellung bei der Verwaltung von Arzneimitteln
  • Anbahnung und Aufbau von Freizeit-, Stakeholder- bzw. Selbsthilfegruppen, Krisenbegleitung

Wir bieten umfassende Betreuung und Beratung im Alltag sowie Alltagstraining und Vorbereitung für Menschen, die selbständiges Wohnen anstreben.


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Vom Bewohner zum Gewinner

© Auftakt

Begonnen hat alles auf einer Baustelle. Heute weiß jeder bei Auftakt was ein „Darwinner" ist. Dazwischen liegt die Geschichte eines wachsenden Zusammengehörigkeitsgefühls. Markenbildung würden Marketingexperten heute sagen! Beispiel: Wohngemeinschaft Darwingasse. Christian Franke, der dienstälteste Leiter einer Einrichtung bei Auftakt plaudert aus dem Nähkästchen!

 

Am Anfang stand „Road Runner", die flinke Comic-Figur, die gegen den Kojoten „Wile. E. Coyote" immer gewinnt. Nein, das war eigentlich nicht ganz der Anfang. Am Anfang war die Baustelle einer noch nicht ganz fertigen Wohngemeinschaft in einem noch nicht ganz fertig renovierten Haus, die dem Team einiges abverlangt hat. „Wir hatten einen Steg zum Hineinlaufen", erzählt Christian Franke von dieser Zeit. Das Wohnen am Bau habe schon so seine Herausforderungen und Tücken parat gehabt. Das ständige Improvisieren im Alltag hat das Team von Anfang an schon sehr zusammen geschweißt. Für die Bewohnerinnen und Bewohner, die schon da waren, hatte dieses ungewöhnliche Leben auch einen großen Spaßfaktor.


© Auftakt


Rituale als Lebenselixier

© Oswin Gögele

Aus dem Team eine gut funktionierende Mannschaft zu machen, war die Devise, eine Mannschaft, die durch ihre Einzigartigkeit heraussticht. Die sehr lebhafte Geschichte der Besiedlung war dabei sicher ein wesentlicher Faktor. „Sich durch eigenes Zutun und Handeln ein Umfeld zu erobern, das schweißt schon zusammen", so Franke. Dieser Geist lebt eben auch heute noch fort - viele Jahre danach.

 

Ganz wichtig in dieser Geschichte ist natürlich auch das erste T-Shirt gewesen, das jeder „Darwiner" (also Synonym für eine/n BewohnerIn der Wohngemeinschaft in der Darwingasse) bekommen hat. Gemeinsame Kleidung verbindet eben auch! Als Symbol prangte der eingangs zitierte Road Runner und dann wurde aus der Bezeichnung „Darwiner" die „Darwinner", was wiederum die Assoziation zur englischen Übersetzung des Gewinners zulässt. Alles klar?

 

So sind die „Darwinner" zunächst einmal geboren und in der Zwischenzeit auch zu einem unverwechselbaren Begriff geworden. „Rituale sind sehr wichtig für die Gruppe! Rituale sind etwas, das nur der Gruppe gehört und was eben das Zusammengehörigkeitsgefühl fördert." Da waren zunächst eben einmal das T-Shirt und dann der gemeinsame Urlaub. „Auch wenn es manchmal schwer ist, schauen wir, dass immer alle gemeinsam auf Urlaub fahren können." Anders würde es von der Gruppe auch gar nicht mehr akzeptiert werden. Es müssen alle mit! Eben auch füreinander da sein, gemeinsam genießen, sich gegenseitig helfen.

 

So haben sich unzählige Rituale in der Wohngemeinschaft eingebürgert. Die Geburtstage gehören dazu und das Ritual Weihnachten ist schon eine Wissenschaft für sich geworden, gibt Christian Franke zu, „denn dieses Weihnachtsritual beginnt schon einmal damit, dass die Gruppe aufs Land fährt, um den Weihnachtsbaum selbst zu fällen!" Natürlich genehmigt, natürlich unter fachkundiger Assistenz. Dann wird der Baum selbst nach Wien chauffiert. Und dieser Baum muss in jedem Fall bis an die Decke reichen und in einem bestimmten Eck stehen, sonst ist es eben kein richtiger Weihnachtsbaum.

 

Das Schmücken gehört natürlich ebenso dazu wie Kekse backen und auch das große Essen. Auch da gibt es ein absolutes Muss: Raclette! Was anderes gilt zu diesem Anlass nicht. Dann kam einmal ein ganz bestimmtes Weihnachtsgedicht dazu und neuerdings, so erzählt Franke, zählen auch Weihnachtslieder zum Repertoire der Weihnachtsrituale!


© Oswin Gögele


Geist der Gemeinsamkeit

© Auftakt

Diese Aktivitäten steigern für die Bewohnerinnen und Bewohner ihr Selbstbewusstsein. Man lernt auch aufeinander einzugehen, sich zu achten. Das ist für das bunte Gemisch an Klientinnen und Klienten, die in der Darwingasse wohnen, von Anfang an nicht unbedingt selbstverständlich gewesen. Reicht doch die Palette der Menschen, die hier wohnen, von Nonverbalen über Menschen mit psychischen Behinderungen bis hin zu einer blinden Klientin.

 

„Es war anfangs sehr schwierig, einigen Mitbewohnerinnen und Bewohnern klar zu machen, was blind sein bedeutet", erzählt der Einrichtungsleiter. Das hat sich dann schlagartig geändert, als die Gruppe die Veranstaltung „Essen im Dunklen" besucht hat und so am eigenen Leib gespürt hat, was es heißt, als Sehender in völliger Dunkelheit von einem Blinden geführt und instruiert zu werden - einfach wie das Gefühl ist, nichts zu sehen. Das bereichert die Palette der eigenen Erfahrungen und das Verständnis für den anderen.

 

Das Team ist ständig bestrebt, viele Aktivitäten nach außen zu verlegen. Es werden externe Kurse besucht, auf einen Konsiliararzt wird verzichtet. Wo es möglich ist, werden die Ärzte in ihren Ordinationen aufgesucht. „Das ist zwar eine Mehrbelastung für das Team, aber die Erfahrung der Klientinnen und Klienten und der Nutzen sind von unschätzbarem Wert! Man lernt eben am besten durch Erfahrung im Alltag."

 

Den Geist der Gemeinsamkeit spürt man bei den unterschiedlichen Aktivitäten. So ist selbstverständlich, was nicht selbstverständlich ist, sich beispielsweise beim Packen für die Urlaubsaktion gegenseitig zu helfen! Radfahren mit allen, kein Problem, auch wenn Rollstuhlfahrer dabei sind! Dann wird eben für den eingeschränkt mobilen Kollegen auf einem entsprechenden Spezialrad mitgestrampelt! Oder für die blinde Kollegin, die nicht sehen würde, wohin sie fährt!


© Auftakt


Dienst oder nicht Dienst

© Birgit Lenk

Spontaneität ist auch ein kleiner Schlüssel zu einer allgemeinen Zufriedenheit in der Wohngemeinschaft. Da führte der Weg eines Tages am Stadion vorbei und ein Klient meinte, es wäre schön, einmal bei einem Match live dabei zu sein! Kaum ausgesprochen, ist das Team aktiv geworden, hat ein paar Fäden gezogen und schon gab es ein paar Freikarten für die Fußballfans und der Tag ist zu einem unvergesslichen Erlebnis geworden! „Man muss nicht alles immer zerreden und im sozialpädagogischen Konjunktiv ertränken, bevor man aktiv wird", skizziert Franke seine persönliche Sichtweise.

 

Womit wir beim Team angelangt wären, das ja der wichtigste Bezugspunkt für die BewohnerInnen ist, und damit auch maßgeblich beteiligt am Wohl und Wehe der gesamten Wohngemeinschaft. Christian Franke gibt in diesem Zusammenhang gleich zu bedenken, dass hier das Personal mit ständig wechselnden Diensten konfrontiert wird, dass es keine regulären Wochenenden und Feiertage gibt und dass eben die Betreuung 365 Tage im Jahr rund um die Uhr sichergestellt sein muss. Keine einfache Aufgabe. So hat er sich darauf eingelassen, dass das Team den Dienstplan selbst macht. „Denn jeder kennt sich selbst am besten und Privates soll in jedem Fall abgesichert sein!" Die einzige Vorgabe an alle: Arbeitszeiten, Anzahl Nachtdienste, Stunden und Tagesanzahl müssen eingehalten werden. Der Dienstplan ist im Umlauf, jeder ist einmal der erste, der eintragen kann. Doch - das haben die Erfahrungen gezeigt - keiner pickt sich nur die „Rosinen aus dem Kuchen". Das hat in mehreren Bereichen nur Vorteile gebracht: „Die Krankenstandstatistik ist super und kann sich sehen lassen. Es ist der Dienstplan des Teams. Änderungen erledigen sich fast von selbst, meist noch bevor ich es erfahre." Und wichtig: Alle machen mit, es ist eben ein Geben und ein Nehmen. Und manche Dinge lassen sich eben auch über einen Dienstplan nicht abhandeln. Aber das ist auch kein Problem, man muss nur flexibel reagieren können und wollen. Das funktioniert mit einem Team, das sich seinen eigenen Dienstplan macht.

 

Es entsteht also von allen Seiten eine Verbundenheit mit der Wohngemeinschaft. Auch wenn Personen wechseln (Personal oder KlientInnen), der Gemeinschaftsgeist aus den Anfängen wird weitergetragen! So gesehen sind die „Darwinner" ein gutes Markenzeichen geworden, wirklich Gewinner auf allen Ebenen und gutes Beispiel für eine gelungene und funktionierende Wohngemeinschaft für Menschen mit Behinderungen. Dass „Oberdarwinner" Christian Franke auf Grund seiner Persönlichkeit hier einen entscheidenden Beitrag leistet, soll hier nicht verschwiegen werden.


© Birgit Lenk

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